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Manfred Kolb
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Ein Limerick ist ein kurzes, oft scherzhaftes Gedicht in der Form aabba. Die erste Zeile enthält traditionell die handelnde Person und endet oft mit einer Ortsangabe, so dass der Name des Ortes oder des Landstrichs, auf den der Spottvers gemünzt ist, zugleich den Reim für die zweite und fünfte Zeile vorgibt. Dabei ist es durchaus erlaubt, den Reimen etwas Gewalt anzutun, sofern das der Pointe dient.

Ein Limerick erzählt meist eine Handlung, diese wird in der letzten Zeile zu einer komischen Pointe geführt.

Es gibt "saubere" und "schmutzige" (anzügliche, derbe) Limericks. Egal ob schmutzig oder sauber, ein guter Limerick muss intelligent und witzig sein.

 

Die a-Zeilen eines typischen Limericks sind dreihebig, die b-Zeilen zweihebig. Dabei wechseln zwei unbetonte und eine betonte Silben einander ab. Nur für eine wirklich gute Pointe darf in Ausnahmefällen dieses Versmaß gebrochen werden.

Ich habe mir die Freiheit genommen, unter Ausschöpfung der äußersten Möglichkeit der künstlerischen Freiheit unter Wahrung der Form des Limericks auch lyrische Limericks zu schreiben, Gedichte in der Form eines Limericks, aber mit Inhalten, die sich mit Themen aus den weit gefassten Feldern der Lyrik (Natur,  Kunst, Philosophie) beschäftigen, manchmal ernst und nachdenklich, dann aber auch heiter und mit einem Schuss Ironie und Witz.

 

 

Duologie 14.808-14.809 X
man sagt die massen weißer pracht
haben unbeliebt sich sehr gemacht
immer schnee räumen
von dach und bäumen
so ginge das nun tag und nacht

fehlt es an schnee dann wird geklagt
und tourismuspleiten vorher gesagt
doch schneit es tage
wird das zur plage
mutiert zur schadenersatzfrage

 



Dulogie 14.823-14.824 X

seit gestern hat es hier geschneit

das führte zu einem nachbarstreit

einer hatte mehr

und gab nichts her

man bemühte die gerichtsbarkeit


aus gründen der beschwichtigung

riet man zur ortsbesichtigung

gesagt getan

man reiste an

und sah nur schneeverflüchtigung

 

 

 

Quadrologie 14.857-14.860 X

neulich lag ich entspannt im gras

und  dachte mir so irgendwas

was aus der erde

wohl mal werde

beim ausmalen wurde ich blass

 

der klimawandel fiel mir ein

mit wetterkapriolen im verein

hochwasserstände

die vielen brände

der planet wird unbewohnbar sein


die eisschmelze die führt dazu

dass meere steigen an im nu

nur wenige landzipfel

und die hohen gipfel

schauen den wasserfluten zu

 

voller angst lag ich im gras

und grübelte über irgendwas

was wird geschehn

man wird es sehn

weltuntergang ist schon krass

 

 

ENDE


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Manfred Kolb | mfkolb@gmx.de