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Bericht des außerordentlichen Gesandten K’irmana vom Planeten S’ila in der Galaxie T’okwa 1704 über seine Beobachtungen auf dem Planeten Erde

  (nach einer Idee von Erich von Däniken in seinem Buch „Der jüngste Tag hat längst begonnen“ –„Bericht des Beobachters Yaxlippo an seinen Heimatplaneten“)


Vorbemerkung


Die Führer der Bevölkerung des Planeten S’ila in der Galaxie T’okwa 1704 hatten im Zuge der Erforschung des Universums vor 3 Jahren irdischer Zeitrechnung von einem ihrer Raumschiffe Kunde von einem Planeten des Sonnensystems im Zentrum der sog Milchstraßengalaxie mit ähnlichen Lebensbedingungen wie auf dem Planeten S’ila erhalten.

Dieser Planet im Sonnensystem der Milchstraße weckte ihr Interesse. Sie beschlossen, diesen Planeten zu beobachten und zu prüfen, ob eine Kontaktaufnahme mit den dort vermuteten Bewohnern möglich und angezeigt sei.

Der außerordentliche Gesandte K’irmana wurde beauftragt, unbemerkt von den Bewohnern des Erdplaneten Beobachtungen anzustellen und Studien zu betreiben, um Aufschlüsse über Entwicklung und Status des organischen Lebens und die Lebensbedingungen auf dem Planeten zu gewinnen.

Um diesen Auftrag ungestört und unbeeinflusst erledigen zu können, wurden er und sein Raumschiff in eine Dimension transformiert, die ein von möglichen Bewohnern der Erde unbemerktes Beobachten und Forschen ermöglichte.

  Aus dem umfangreichen und denkwürdigen Bericht des außerordentlichen Gesandten K’irmana an die Führer des Volkes des Planeten S’ila in der Galaxie T’okwa 1704 mit einer Fülle von Bebachtungen und Erkenntnissen, die sich mit dem Aufbau des Sonnensystems, der Zusammensetzung der dazugehörigen Planeten und den Lebensbedingungen des einzigen Planeten mit einem hoch entwickelten organischen Leben beschäftigen, habe ich, der Erdling Manfred Kolb, eine auf das Essentielle reduzierte Kurzfassung erstellt, die sich vornehmlich mit einem Lebewesen und der Entwicklung seines Lebensraums beschäftigt.

Wie ich in den Besitz einer Übersetzung des Berichtes des außerordentlichen Gesandten K’irmana gelangte, werde ich nicht verraten, um mir den Zugang zur galaktischen Dimension des Planeten S’ila im T’okwa-System 1704 zu erhalten.

Diese Kurzfassung lege ich hiermit im Einverständnis der Führer des Volkes von S’ila der interessierten Öffentlichkeit vor.

  

Kurzfassung des Berichts des außerordentlichen Gesandten K’irmana an die Führer des Volkes des Planeten S’ila

 

Werte Führer des Volks von S’ila,

ich habe nun auftragsgemäß in 2 Jahren interstellarer Zeitrechnung das Sonnen-system studiert und mein besonderes Augenmerk auf einen Planeten gerichtet, der --wie ich schon in meinem ersten Bericht ausgeführt habe-  als einziger neben der unbelebten, d.h.  anorganischen, auch eine belebte, d.h. organische Natur aufweist. Ich habe meinen ersten Bericht damit beendet, dass ich die astronomischen Gegebenheiten und Besonderheiten des gesamten Sonnensystems geschildert habe.

In meinem zweiten Bericht will ich nun der Frage nachgehen, wie sich die belebte Natur, insbesondere die höchstentwickelte Spezies der Humanoiden, der Mensch, entwickelt hat und ob es angezeigt erscheint, mit dieser Spezies einen offiziellen Kontakt aufzunehmen.

Meine Anwesenheit im Orbit und auf dem Planeten wurde bisher nicht bemerkt, da ich mich in einer für dieser Lebensart nicht zugänglichen Dimension bewege, die es mir aber ermöglichte, ihre Kommunikation mittels Sprachen in Laut und Schrift und ihre Informationsverbreitung über Printmedien und Fernsehen zu studieren und ihre Bibliotheken und lexigrafischen wie auch aktuellen Datenbanken unbemerkt auszuwerten.

Dabei kam mir die auf der Erde gebräuchliche universale Informationsverbreitung über Computer und Satelliten zu Nutze.

Da auch in meinem zweiten Bericht eine Vielzahl von erdenspezifischen Begriffen und  Bezeichnungen enthalten sind, habe ich diesem Bericht wiederum ein Glossar angehängt, in dem ich mich um eine zwar nicht immer mögliche wortgetreue, so doch sinnverwandte Übertragung in unser Denkschema und Übersetzung in unsere Heimatsprache bemüht habe. Hierbei kam mir zustatten, dass ich mir die wichtigsten und am meisten verbreiteten Sprachen der Erdbewohner binnen weniger Zeitmodule aneignen konnte.

 

1

Wie ich bereits in meinem ersten Bericht schilderte, rührt die Bezeichnung „blauer Planet“ von der den Planeten umgebenden Lufthülle her, die den Planeten als blaue Kugel vor dem schwarzen Hintergrund des Weltraums erscheinen lässt. Diese Atmosphäre genannte Lufthülle ist existenznotwendig für das auf diesem Planeten einzigartige organische Leben

Nach meinen Beobachtungen unterteilt sich das irdische organische Leben in Pflanzen und Lebewesen und letztere in Tiere und Humanoiden.

Die Pflanzen sind überwiegend standortgebunden und erneuern durch Sauerstoffproduktion die insbesondere für die Lebewesen lebensnotwendige Atmosphäre. Die Früchte der Pflanzen dienen der Vermehrung, aber auch der Ernährung der Lebewesen, die in zwei Arten aufgeteilt sind: die große Gruppe der Tiere, deren Lebensraum Wasser, Land und Luft ist, die andere der Humanoiden, deren Unterform sich Menschen nennen.

Sie sind die höchstentwickelten Lebewesen mit einer alle anderen Lebensformen überragenden Intelligenz und weiteren einzigartigen Fähigkeiten, wie z.B. sachorientiert und rational zu handeln, abstrakt zu denken, sich seiner selbst bewusst zu sein, sich mental und emotional steuern zu können, sich mittels einer Entäußerung in Laut und Schrift mitzuteilen, über ein Gewissen zu verfügen, das Gut und Böse unterscheiden kann und sich seiner Endlichkeit bewusst zu sein. Auch ist der Mensch in der Lage, sein Handeln nach Normen und Wertvorstellungen auszurichten und Verbindung mit einem transzendentalen Wesen, Gottheit genannt, eine seelische Verbindung aufzunehmen.

Ich bin mir bei der Abfassung meines Berichts meiner hohen Verantwortung bewusst gewesen und habe mich um äußerste Objektivität bemüht. Wo mir das nach Auffassung der Führer meines Volkes nicht gelungen ist, bitte ich das zu entschuldigen. Aber einige von mir beobachtete Entwicklungen auf dem Planeten Erde haben mich innerlich nicht unberührt gelassen.

Auf einen weiteren Punkt will ich eingangs noch hinweisen. Viele Entwicklungen und Zustände sind nicht einmaliger oder eindimensionaler Natur, sondern in einem größeren Rahmen aus der komplexen Entwicklungsgeschichte der Menschen zu verstehen. Daher kann es in dem Bericht scheinbar zu Wiederholungen und Überschneidungen kommen, die aber immer ein oder mehrere Phänomene aus einem anderen Blickwinkel oder Schwerpunkt beleuchten oder akzentuieren.

Zum Schluss weise ich darauf hin, dass dieser Bericht eine summarische Fassung meiner umfassenden Beobachtungen, Erkenntnisse und Studien ist, die als Entscheidungsgrundlage gedacht ist. Das in detaillierte umfangreiche Datenmaterial steht den Führern selbstverständlich zur Verfügung. Ich werde diese mit einer interstellaren Sonde durch den Hyperraum auf die Außenstation unsers Planetensystems senden.


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Die fast 6 Milliarden Bewohner der Erde nennen sich wie schon erwähnt Menschen, die sich wie die meisten zweigeschlechtlichen Säugetiere durch Geburt vermehren. Diese Art der Multiplikation entspricht unserem Fortpflanzungssystem.

Die Erdbewohner leben auf von Meeren umgebenen trockenen Flächen, sog. Kontinenten, und dort in abgegrenzten Gebieten, die sie Staaten nennen, entweder in großen Gruppen in kleineren und großen Siedlungen, den Städten und Dörfern, oder verstreut in kleinen Gruppen in Hütten oder Zelten in der weiträumigen Natur. Eine Eigentümlichkeit der Menschen besteht darin, dass sie anfangs in einer Kleingruppe, Familie genannt, aufwachsen und mit Erlangung der Reife in einem größeren Verbund, Volk genannt, leben. Diese Verbünde haben jeweils eigene Sprachen und Dialekte entwickelt, mit denen sie sich untereinander verständigen, was aber eine gegenseitige Verständigung der Bewohner verschiedener Staaten zumeist nur mit Dolmetschern möglich macht. Auch haben sich im Rahmen ihrer Evolution verschiedene Rassen herausgebildet, die sich durch Wuchs und Hautfarbe unterscheiden, worauf ich hier nicht näher eingehen will.

Ein großer Teil der Menschheit verbringt sein Dasein in Armut und Unterernährung, d.h. ohne ausreichende Nahrungsmittel, ohne gesicherte Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunftschancen. Ihr sog. Lebensstandard bewegt sich am oder unterhalb eines festgelegten Existenzminums in den Ländern, die häufig eine nur gering entwickelte soziale und wirtschaftliche Struktur aufweisen. Hinzukommt, dass diese Länder oft von Erdbeben-, Dürre- Orkan- oder Flutkatastrophen heimgesucht werden, was die Lage ihrer Bewohner noch verschlimmert.

Diese Humanoiden sind zum Überleben regelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen.

 

Wie ich festgestellt habe, wird fremde Hilfe von dem anderen Teil der Menschheit, der weit oberhalb des Existenzminimums im sog Wohlstand und teilweise sogar im Überfluss lebt, nur in unzureichendem Maße und Umfang gewährt.

Nur in besonders schwerwiegenden Katastrophenfällen mit Tausenden von Opfern sind die Regierungen und die Bewohner der wohlhabenden Staaten zu zeitlich begrenzten Hilfemaßnahmen bereit.

Hilfe zur Selbsthilfe ist ein Schlagwort, was sich nach meinen Studien weitgehend als wirkungslos erwiesen hat. Auch in den ärmsten Staaten lebt eine wohlhabende Oberschicht,  die dem Schicksal der eigenen notleidenden Bevölkerung häufig gleichgültig gegenübersteht. Sie baut auf die Hilfe der sog. reichen Länder, an deren Zuwendungen  sie sich auch noch in nicht unwesentlichem Maße bereichert.

Völlig unverständlich für mich ist, dass in den nördlichen Teil des Planeten aus  Überproduktion Millionen von Tonnen von Nahrungsmitteln vernichtet werden, weil der Transport zu den Bedürftigen wirtschaftlich keinen Profit abwirft. Man hat errechnet, dass die auf der Erde jährlich produzierte Nahrungsmittel ausreichen würden, um weltweit Hunger und Unterernährung auszulöschen.

Angesichts dieser ungleichen Verteilung der Lebensmittel ist es verständlich, dass die Bewohner dieser armen Länder als sog. Wirtschaftsflüchtlinge Asyl in den reichen Ländern suchen.

Seltsam mutet es an, dass in den unterentwickelten Ländern die meisten Rohstoffe für eine florierende wirtschaftliche und technische Entwicklung zu finden sind, die aber von den reichen Ländern mit z.T. schädlichen Folgen für Natur und Umwelt abgebaut werden. Man spricht von einer Ausbeutung des Reichtums der Armen.


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Seit Jahrtausenden stellen die Menschen Dinge her, die sie Güter nennen. Aus der Menschheitsgeschichte konnte ich ermitteln, dass vor Tausenden von Erdenjahren Güter mit anderen Gütern getauscht  wurden. Dieser Tauschhandel der alten  Zeit wurde in der Neuzeit durch ein Surrogat ersetzt, das sog. Geld,  das man für eine verkaufte Ware erhält und mit dem man andere Waren erwerben kann. Geld ist daher ein begehrtes Gut unter den Menschen geworden, denn mit Geld kann man andere Waren, aber auch Leistungen von Menschen, sog Dienstleistungen, kaufen. Was noch mit dem Geld geschieht und welchen Einfluss es auf die Entwicklung de Welt hat, will ich kurz darstellen. Hierbei ist es unerlässlich, zunächst etwas über die Lebensformen und –gewohnheiten der Menschen zu berichten.

Wie ich bereits erwähnte, lebt die Gesamtheit der Menschen auf der Erde verteilt in Gebilden, die sie Staaten nennen und die von Grenzen umgeben sind. Es gibt insgesamt 195 davon (der kleinste Staat hat etwa 22000 Einwohner, der größte 1,4 Milliarden) und 1290 verschiedene Sprachen, von denen ich mir nur die wichtigsten angeeignet habe.

Die am häufigsten auf der Erde anzutreffenden Staatsformen des Zusammenlebens von Menschen sind die Diktatur und die Demokratie. In der Diktatur herrscht ein Diktator mit seiner Clique, die sich meistens mit Gewalt, Putsch genannt, die Regierungsgewalt angeeignet hat, und nach freier Willkür herrscht. In der Demokratie werden vom Volk selbsternannte Interessensvertretungen, sog. Politische Parteien, mit unterschiedlichen Zielen, Ideologien und Programmen gewählt, die im Falle ihres Wahlerfolgs eine politische Führung, eine sog. Regierung auf Zeit bilden, die von dem Gremium der gewählten Volksvertreter, dem Parlament, kontrolliert wird. Auch beschließt das Parlament die Gesetze und Regeln, die für ein geordnetes Zusammenleben erforderlich sind.

In Demokratien gibt es eine als unabhängig bezeichnete Gerichtsbarkeit, die die Überwachung der Anwendung der Gesetze und Vorschriften durch Rechtsprechung sichern soll, sich aber immer mehr der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft zum Macht-Gewalt-Prinzip anpasst.

 

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 Wenn man die Erde von einer höheren Warte aus betrachtet, findet man in der nördlichen Hemisphäre technisch und infrastrukturell zumeist weit entwickelte Staaten mit einem vergleichsweise hohem Lebensstandard. Dort machen die von den Medien (Zeitungen, Radio, Fernsehen) immer wieder in Szene gesetzten herrschenden Politiker dem Volk vor den Wahlen Versprechungen, die sie hinterher nicht halten. Denn sie sind von den Wirtschaftslenkern und den Kapitaleignern abhängig, die die Volkswirtschaft nach ihren eigenen Gesetzen steuern wollen und die gewählte Regierung und das Parlament für ihre Zwecke benutzen, ohne sich um das Allgemeinwohl zu kümmern.

Ich habe immer wieder beobachten müssen, dass sich Politiker trotz einer großzügigen Absicherung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse durch Zuwendungen und Vergünstigungen in ihren Handlungen bestimmen lassen, was die Gesetze eigentlich verbieten. Diese Bestechlichkeit ähnelt derjenigen, die lange Zeit nur in den armen Ländern bei den Angehörigen der zahlenmäßig geringen, aber einflussreichen und herrschenden Oberschicht zu beobachten war.

Die Herrschenden tun weltweit alles, um ihren Besitz und ihren Reichtum auf Kosten der Bevölkerung zu vermehren. Erstaunlich für mich ist, dass die Menschen den Versprechungen der Herrschenden und den turnusmäßig zur Wahl Stehenden immer wieder willig folgen, obwohl sie doch aus Erfahrung wissen müssten, dass ihr Vertrauen ausgenutzt wird.

 

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Die heimlichen Herrscher der hoch entwickelten Staaten sind aber in Wirklichkeit nicht die Politiker, sondern die von mir shon erwähnten Lenker großer Wirtschaftsunternehmen, Konzerne, genannt. Da gibt es Versicherungskonzerne, die den mit eigenen hohen Gewinnanteilen Menschen gegen wirtschaftliche Verluste und finanzielle Einbußen absichern, Banken, die das eingezahlte Geld der Menschen auch zu eigenem Nutzen vermehren und ihnen Kredite gewähren, damit sie Güter kaufen können, deren Preis sie in Teilbeträgen mit einem Aufschlag, Zinsen genannt, abzahlen müssen.

Hinzuzählen sind auch Energiekonzerne, die ihre Monopolstellung ausnutzen, um mit ihren Gewinnen über das Wohl von Volkwirtschaften zu bestimmen.

Und dann gibt es noch Kapitalgesellschaften, unter ihnen Hedgefonds, deren einziges Ziel darin beseht, angesammeltes Geld von Investoren und Spekulanten durch Zerschlagung von Konzernen und Veräußerung lukrativer Unternehmensteile überdimensional zu vermehren. Häufig ist das mit der Entlassung von Tausenden von Arbeitnehmern verbunden, die dann als Arbeitslose dem Staatshaushalt zur Last fallen.

Dieser Staatshaushalt wird nämlich weitgehend von der arbeitenden Bevölkerung in Form von Abgaben, Steuern genannt, finanziert. Diese Steuern werden auf fast alles erhoben, was der Mensch besitzt, erwirbt, erhält oder nach seinem Tod hinterlässt.

Die beispielhaft aufgezählten Groß-Konzerne agieren inzwischen über die Staatengrenzen hinweg, wobei die Regierungen der einzelnen Staaten zunehmend den Pressionen, Handlungsweisen und Wirkungen einer sog Globalisierung ausgesetzt sind.

Ich bin mir bewusst, dass dieses Bild erheblich von dem Zustand und den Lebensverhältnissen unseres Volkes auf S’ila abweicht. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sich auf der Erde eine Entwicklung wiederholt, die wir in unserer Heimatwelt längst überwunden haben.

 

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Die auf den Gebieten Nahrungsmittel, Kleidung, Chemie, Medizin, Technik, Unterhaltungselektronik, Computer, Telefonie, Freizeitgestaltung tätigen Konzerne und Betriebe sind es, die die benötigten oder durch Werbung für unverzichtbar dargestellten Güter herstellen oder vertreiben, die die Menschen für Geld kaufen können, um damit ihr Leben zu sichern oder ihr Dasein informativer, angenehmer, gesünder, interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten.

Um diese Güter erwerben zu können, werden die Menschen, die in diesen Konzernen, aber auch in kleineren Betrieben und Institutionen tätig sind, als Gegenleistung für ihre Arbeit mit Geld bezahlt.

 Geld regiert die Welt, wie ein irdisches Sprichwort sagt. Sehr reiche Menschen und große Investmentfonds steuern mit ihrem Kapitaleinsatz den wirtschaftlichen Aufstieg und den Niedergang von Betrieben, Konzernen, ja sogar von ganzen Staaten. Heute ist es so, dass ein weltweiter Verbund von Konzernen aus angesammelten Geld oder geldwertem Vermögen das wirtschaftliche und gesellschaftliche, d.h. soziale Gefüge von immer mehr Staaten beherrscht und für den eigenen Profit ausnutzt.

Man bezeichnet das in den Medien auch als Raubtierkapitalismus.

Da die Auszahlung von Arbeitsentgelt an arbeitende Menschen viel von dem Wirtschaftsvermögen eines Betriebs oder Konzerns verschlingt, versuchen die Firmen- und Wirtschaftslenker sowie die Kapitaleigner, Menschenarbeit durch Maschinen- oder computergesteuerte Tätigkeiten zu ersetzen oder die unverzichtbaren Menschen-Arbeitsplätze in Staaten zu verlagern, wo das Entgelt für die Arbeit nur Bruchteile an Kapitalaufwand ausmacht.

Diese sog. Billiglohnländer überschwemmen mit ihren Billigprodukten inzwischen die Weltmärkte mit schwerwiegenden Folgen für den Erhalt der Arbeitsplätze in den sog. Hochlohnländern.

Die Politiker sind machtlos gegen diese Entwicklung der sog. Auslagerung und Globalisierung. Ihr Problem ist es, immer mehr Geld im Haushalt des Staates einsparen zu müssen oder die Fehlbeträge am Steueraufkommen durch Erhöhung der Abgaben der arbeitenden Bevölkerung zu auszugleichen, um damit den Standort der Unternehmen im eigenen Staat und in zweiter Linie ein Überleben einer zunehmenden Zahl von Langzeit-Arbeitslosen zu sichern.

Das notwendige Kapital für die Weiterentwicklung von Bildung, Forschung, Wissenschaft und Technik fehlt in immer stärkerem Maße. Da die Politik ausschließlich auf die materielle Seite des Zusammenlebens ausgerichtet ist,  gleichzeitig aber die Höhe der Abgaben der arbeitenden Bevölkerung an den Staatshaushalt steigen, ist seit Jahren in den Staaten der nördlichen Hemisphäre ein starker Geburtenrückgang zu verzeichnen, denn Kinder bedeuten hohe finanzielle Aufwendungen und Einbußen an materieller Lebensqualität.

Nach meinen Beobachtungen sind ein Streben nach Geld und Besitz, verbunden mit dem Idealen Selbstverwirklichung und Individualisierung die heutigen Ziele der Menschen. Der Mitmensch reduziert sich zu einem Nutzwertfaktor oder zu einem Teil einer Zweckgemeinschaft. Für eine Familie mit Kindern mit der daraus resultierenden Bindung und finanziellen und zeitlichen Beanspruchung ist da kein Platz mehr.

Da gleichzeitig durch Fortschritte in der Medizin die Lebenserwartung der Menschen in den wohlhabenden Ländern deutlich gestiegen ist, nehmen immer mehr Menschen nach Beendigung ihres Arbeitslebens für immer längere Zeit ein sog Altersgeld in Anspruch, das von einer abnehmenden Zahl von Steuerzahlern aufgebracht werden muss. Wissenschaftler prophezeien bei gleich bleibender Entwicklung Verteilungskämpfe, verbunden mit großen sozialen Unruhen.

Diese von Wissenschaftlern häufig aufgestellte Zukunftsvision sind Neuland für mich gewesen, weil wir es auf S’ila nicht so weit kommen ließen.

 

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Die technische Entwicklung auf der Erde war auch für mich beachtlich, obgleich ich eine parallele evolutionäre Entwicklung von Ratio und Zivilisation beim Menschen nicht feststellen konnte.

Ein weltumspannendes Netz von Kommunkationstechnik lässt jede politische und wirtschaftliche Information zeitgleich an jedem Ort der Erde präsent sein. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer omnipräsenten mobilen Informationsgesellschaft.

Während der Teil der Bevölkerung in den Staaten, die vom Wohlstand profitieren, neben einem Computer, Handy, Fernseher, Unterhaltungselektronik, Auto, häufig auch Wohnungseigentum oder eigene Häuser, sogar Ferienwohnungen im Ausland besitzt und ein immenses Angebot von Freizeiteinrichtungen und Urlaubseisen in fremde Länder nutzt, lebt der überwiegende Teil der Weltbevölkerung in einer Spanne, die von einem gerade noch das Überleben sichernden Einkommen bis zur totalen Armut mit Millionen von Unternährten reicht.

Auf dem Planeten Erde herrscht keinerlei geordnete, alle Staaten in gleicher Weise verpflichtende Ordnung. Jede Staatsregierung macht im Grunde, was sie will, und verbietet sich die Einmischung von fremden Staatsregierungen in ihre Angelegenheiten. Sie verfolgen ihre politischen oder weltanschaulichen Ideologien, verschmähen aber Ideale.

Einige wohlhabenden Staaten haben sich zu Staatenverbünden zusammen geschlossen, die sie EG, NATO, GHATT, APEC, ASEAN, EOWACS oder COMMONWEALTH nennen, um nur einige aufzuzählen. Sie verfolgen dabei weitgehend gemeinsame Ziele, die auf die Mehrung des politischen Einflusses und des wirtschaftlichen Vermögens der Staatenbünde gerichtet sind.

 Zwar haben sich fast alle Staaten der Erde zu einem Kunstgebilde zusammengefunden, das sie UNO (United Nations Organisation) nennen. Doch dieses Gebilde verfügt über keinerlei gesetzgeberische Gewalt. Es hat auch nicht die Macht, irgendwelche Ungerechtigkeiten oder kriegerische Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Staaten mit Gewalt zu beenden. So wirkt diese Institution angesichts der drängenden Probleme in der Welt wie ein Auditorium, in dem ideologische Palaver abgehalten werden.

Mir ist unerklärlich, dass die Staaten aus der zwingenden Notwendigkeit eines Umsteuerns heraus die Institution UNO nicht zu einer Weltregierung aufgewertet haben, die schon seit mehr als einem Jahrhundert die Geschicke der Bevölkerung auf dem Planeten S’ila bestimmt.

Ganz deutlich wird die Schwäche der Uno bei dem sich weltweit ausbreitenden Terror durch religiös motivierte Selbstmordanschläge mit vielen unbeteiligten Todesopfern und Verletzten in den betroffenen Staaten und bei Dauerkonflikten mit z.T. kriegerischen Mitteln in einzelnen Teilen der Welt.

Dabei ging der größte Teil der Menschheit nach 1945 davon aus, dass sich nach zwei sog. Weltkriegen mit 23 Millionen Toten kriegerische Auseinandersetzungen solches Ausmaßes nicht wiederholen würden.

Doch auch nach diesem Zeitpunkt gab es Kriege, Völkermorde, sog Genozide, wurden atomare, biologische und chemische Waffen mit der Möglichkeit weltvernichtender Wirkungen entwickelt und teilweise auch eingesetzt. Wissenschaftler haben ermittelt, dass bis heute an jedem Erdentag irgendwo auf der Erde kriegerische Handlungen stattfinden.

 

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Um die auf der Erde lebenden 6 Milliarden Menschen mit Nahrung, Kleidung, Möbeln Wohnungen, Technik, Medizin usw. zu versorgen, hat schon vor Jahrzehnten ein Raubbau an Natur und Umwelt mit überwiegend irreversiblen Folgen eingesetzt, was ich an dieser Stelle nur beispielhaft andeute:

 ->      Rohstoffe wie Erdgas, Kohle, Erdöl werden progressiv und      umweltschädigend ausgebeutet, um den weltweit steigenden Energiebedarf zu befriedigen. Die Entwicklung alternativer Energien ohne Verlust an fossilen Ressourcen steckt noch in den sog. Kinderschuhen.

 ->      die Meere sind inzwischen durch Einträge von Abwässern und Düngemitteln         verschmutzt. Ihre Fischbestände haben sich durch raffinierte und      umfassende Fangmethoden stark reduziert.

 ->      Wälder, die die grüne Lunge der Erde darstellen, wurden und werden in       gewaltigem Umfang für die Papier-, Bau und Möbelindustrie abgeholzt.      Dazu kommt noch eine weit verbreitete Brandrodung für die Gewinnung         von Ackerflächen.

 ->      mit der Herstellung von Gütern entstehende Schad- und Giftstoffe werden          an die Natur abgegeben. Dadurch werden Umweltschäden und weltweit      Krankheiten verursacht. Die sichtbaren Folgen sind ein massives langsames      Waldsterben, wovon ca 50 % des Baumbestandes betroffen ist.

 ->      Abgase und Schadstoffe von Wirtschaft, Haushalten, Industrie und Verkehr         führen zu einer Erwärmung des Erdklimas mit ungewissen Folgen. Naturkatastrophen häufen sich. Ein Abschmelzen der Eismassen an Süd- und Nordpol würde zu einem Anstieg         der Meeresspiegels führen mit der   Folge des Verlustes von ca 20 % der Landfläche auf der Erde. Eine Milliarde      Menschen wären von diesen Auswirkrungen unmittelbar bedroht. Weite         Küstenregionen und viele der Megalopoles genannten Städte mit bis zu 20  Millionen Einwohnern würden weltweit unter einem 50 m hohen Wasser-         spiegel begraben werden.

 ->      Warnzeichen für diese Entwicklung sind eine deutliche Zunahme von          Häufigkeit und Intensität von Orkanen, Tornados und Hurrikanen sowie        Sturmfluten mit Überschwemmungen gewaltigen Ausmaßes in einem Teil         der Welt, während sich im anderen Dürre und Wüsten ausbreiten.

 ->      Auch eine zunehmende Versiegelung von Flächen, die Zersiedelung von      Landschaften und die Dezimierung des Waldbestandes, der sog. grünen      Lunge, führen vermehrt zu katastrophenähnlichen Überschwemmungen und  Erdrutschen bei Starkregenfällen.

 ->      Während in den sog reichen Ländern infolge abnehmender Geburten eine  Überalterung der Gesellschaft eintritt und große Versorgungslasten die      Haushalte bedrohen, nehmen die Geburten in den armen Ländern zu, weil  dort Kinder mangels sozialer Sicherungssysteme für die Versorgung der     Älteren unverzichtbar sind.

Alle bisher getroffenen Gegenmaßnahmen zur Rettung der Erde vor irreversiblen Schäden zeichnen sich durch Kleinmütigkeit, Kleinräumigkeit, wenig Effizienz bis Hilflosigkeit aus. Eine unmittelbare Existenzbedrohung ist für die meisten Menschen in den wohlhabenden Ländern nämlich unmittelbar kaum wahrnehmbar. Ein Hemmnis ist auch, dass Umweltschutz- und Renaturierungsprojekte keine lukrative Rendite abwerfen.

Bezeichnend ist, dass sich Länder mit hohem Schadstoffaustausch durch Erwerb von Umweltgutschriften von armen Ländern, die keinen industriebedingten Schadstoffausstoß aufweisen, freikaufen können.

Wissenschaftler entwickeln von Zeit zu Zeit Szenarien, in denen sie die Auswirkungen der aufgelisteten Entwicklungen auf das Gesamtgefüge der Erde und ihrer Lebensbedingungen entwerfen und in die Zukunft projizieren.

Fast gleichzeitig treten Wissenschaftler auf, die diesen Szenarien widersprechen und die Menschheit zu beruhigen versuchen.

 

 9

Oft habe ich mich bei meinen terrestrischen Beobachtungen und Studien gefragt, ob es nicht im Laufe der Entwicklung der Menschheit Ansätze gegeben hat, den menschlichen Geist so zu sensibilisieren, dass er sich der Verantwortung für die Natur, deren Teil er ja ist, für die Pflanzen, seine Mitmenschen und Mitgeschöpfe, die Tiere, deren Lebensraum er zerstört, so nachhaltig bewusst wird, dass er Maßnahmen einer grundlegenden Umsteuerung für unabdingbar und unaufschiebbar hält und sie konsequent in Angriff nimmt.

Geisteswissenschaften, vornehmlich Philosophie, Natur- und Wirtschaftswissen-schaft, aber auch Zukunftsforschung haben vor allem in der jüngeren Vergangen-heit ein beachtliches Maß an hochwertigem Gedankengut produziert, das im Verbund mit modernen technischen Entwicklungen wesentliche Veränderungen im Bewusstsein der Menschheit und in ihrer Umwelt bewirken könnte.

Es hat sich jedoch herausgestellt, dass dieses Gedankengut kaum einen spürbaren Einfluss auf die auf Profitmaximierung ausgerichteten Wirtschaftslenker und Kapitalmärkte und die auf ein angenehmes und ich-bezzogenes Leben bedachte Menschheit hat. Dass eine Umsteuerung dringend erforderlich und unaufschiebbar ist, ist jedem Politiker bewusst, der aber die Bewältigung der Probleme überwiegend nur des eigenen Staates bzw. Umfeldes im Auge hat.

Gemessen an der grundlegenden Erneuerung der Lebensbedingungen auf unserem Heimatplaneten S’ila ist die Menschheit von einer Umsteuerung auf allen Lebens- und Umfeldbereichen noch weit entfernt. Es genügt nach meiner Auffassung nicht, kleinräumig zu denken und zu handeln, dem Prinzip Ökonomie vor Ökologie zu folgen, sondern weltverantwortliche Kriterien zu entwickeln und anzuwenden, um einer Übervölkerung der Erde, der fortschreitenden Umweltzerstörung und Klimaveränderung sowie der Verschärfung der wirtschaftlichen und sozialen Konflikte mit allen Mitteln entgegenzuwirken.

Dazu gehört aber auch, dass Eigennutz und Habgier im Bewusstsein der Menschheit dort ihre Grenzen finden müssen, wo es noch Menschen gibt, die ein menschenunwürdiges Dasein in Armut, Hunger und ohne eine Zukunftschance fristen müssen.

Ich habe hier bewusst auf die Entwicklung der Zivilisation auf S’ila angespielt, wo derartige Verhaltensweisen und Zustände in unserer Zeit unbekannt sind.

 

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In meinen Studien der Geistesgeschichte des Planeten Erde bin ich auf interessante Forschungen gestoßen. Naturwissenschaft und Philosophie, aber auch die Religion haben über Jahrtausende erkenntnistheoretische, transzendentale und praktische Leitgedanken entwickelt und Verhaltensregeln aufgestellt, die an Normen Werten wie Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit Vernunft, Sitte, Ethik, Moral, Fürsorge, Toleranz, Hilfs- und Opferbereitschaft ausgerichtet sind.

Leider haben sich bis auf wenige Ausnahmen diese Geistesgüter, Werte und Verhaltensnormen in der Praxis nicht dauerhaft und umfassend manifestieren können. Während auf der einen Seite der Welt ein Überlebenskampf herrscht, findet auf der anderen Seite ein ichbezogenes, genuss- und spaßorientiertes Leben statt, in dem ein wertbetontes Handeln beispielsweise auf dem Gebiet Verantwor-tung für den Nächsten keinen größeren Raum mehr einnimmt.

Selbstverwirklichung, Gewaltbereitschaft gegenüber Schwächeren und Eigennutz im Handeln gewinnen zunehmend an Einfluss, nicht nur in den Ländern der Armutszone. Dazu tragen auch den Stärkeren mythologisierende, gewalt-darstellende und auch -verherrlichende Filme und Computerspiele in den hochtechnisierten wohlhabenden Staaten bei, was ich mit Blick auf die nachwachsende Generation für nicht unbedenklich halte.

Angesichts der wachsend materialistisch eingestellten Menschheit kommt vor allem den großen Weltreligionen Islam, Christenturm, Buddhismus, Shintoismus, Hindusimus eine bedeutende Aufgabe zu, die aber überwiegend noch in  fundamentaler Abgrenzung voneinander verharren. Sie hätten nach meinen Erkenntnissen die Möglichkeit, gemeinsam ein weltweites Umdenken der Menschen zu erreichen mit dem Ziel, die allgemeine Verantwortung für den Erhalt der Überlebensfähigkeit des Planeten Erde zu propagieren.

 Doch bisher haben die Religionen und esoterische, d.h. weltanschauliche Gedankengebäude jede für sich nicht mehr als moralische und ethische Appelle gegen die sichtbare Zerstörung der Gesellschaftsstruktur der Menschheit und der Umwelt parat, da ihre Zukunfts- und Heilserwartung primär auf das Jenseits gerichtet ist und nicht auf die faktische Rettung der Erde als ein Durchgangsstadium für ein höheres Leben.

Es gibt Bestrebungen der verschiedenen christlichen Kirchen, unter dem Dach eines Ökumene genannten Projekts eine die verschiedenen christlichen Glaubens-richtungen verbindende und auch staatenübergreifende Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit, gegen Habgier und Eigennutz, gegen Hunger und Ausbeutung, für Nächstenliebe und Opferbereitschaft in einer intakten Umwelt mit zu tragen und Veränderung nach innen und außen zu initialisieren.

Hierzu zählt auch, die zivilisatorischen Errungenschaften der Menschheit wieder mit den christlichen Werten in Einklang zu bringen und an die Stelle von Ideologien Ideale zu setzen.

 

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Ich, der außerordentlichen Gesandte K’irmana vom Planeten S’ila in der Galaxie T’okwa 1704, möchte meinen Bericht über meine Studien und Beobachtungen der Erde mit der Erkenntnis abschließen, dass ich die Menschheit bei unveränderter Entwicklung ihrer Lebensumstände trotz der zuletzt aufgezeigten hoffnungsvollen Ansätze eines Umdenkens kaum für überlebensfähig halte, da sie in einem tödlichen Kreislauf gefangen ist. Ich fasse am Ende meines Berichts die wesentlichen Erkenntnisse aus meinen Beobachtungen und Studien noch einmal zusammen:

das Hauptproblem erscheint mir die politische Zergliederung der Erde in 195 Einzelstaaten zu sein. Eine Weltregierung könnte wie vor langer Zeit bei uns die wichtigsten Probleme und äußeren wie inneren Bedrohungen umfassend lösen:

 ->      eine fortschreitende Polarisierung der Menschheit in Arme und Reiche, in Hungernde und  im Wohlstand Lebende, 

           in Menschen ohne Zukunftsperspektive  und solche mit    gesicherter Lebensplanung. Zukunftsforscher sagen bei einer 

           weiteren Zunahme des Auseinanderdriftens Aufstände der Randgruppen, der Besitzlosen und Entrechteten  voraus, die

          mit Gewalt eine Teilhabe an den Besitzständen der Gutsituierten einfordern  und das Zivilisationsgefüge zerstören

 ->      Vernichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen durch fortschreitende Technisierung,

         durch Globalisierung von Kapital und Wirtschaft mit Überschwemmung der Märkte  mit Gütern aus Billiglohnländern

->      Langzeitarbeitslosigkeit, verbunden mit Perspektivlosigkeit für die junge, aber auch die

         ältere Generation

 ->      Ghettoisierung der Randgruppen der Gesellschaft mit Zunahme  von Gewaltbereitschaft  und Beschaffungskriminalität

->      Zerfall der gesellschaftstragenden Eltern-Kinderverbünde, der Familienstrukturen

->      die weltweite Bedrohung der Gesundheit durch die sog. Geißeln der Menschheit: Aids,    Drogen, Pandemien

->      Ausbeutung der anorganischen und organischen Ressourcen, die nach Berechnungen von Wissenschaftlern in ca 25 bis

        30 Jahren erschöpft sind

->      Zerstörung von Natur und Umwelt mit der Folge einer sich abzeichnenden  Klimaveränderung

->      Zerrüttung der Staatshaushalte durch rapide Zunahme an sozialen Ausgaben, insbesondere für  die steigende Zahl von

          Langzeitarbeitslosen, für Randgruppen, Rentner,  Pensionäre

->      Aufbürden der Lasten und ungelösten Probleme auf die nachwachsenden Generationen

->      Abwendung der Menschen von den das eigene Handeln bestimmenden kulturellen,

         moralischen, sittlichen und ethischen Normen und Werten

->      Ausrichtung des Lebens auf Materielles, auf Ichbezogenheit und Selbstverwirklichung

->      Abkehr von sozialer Verantwortung für den Nächsten und das eigene Umfeld

 

Auch wenn die Bewohner unseres Heimatplaneten S’ila seit mehr als einem Jahrhundert Probleme wie sie heute auf der Erde anzutreffen sind, überwunden haben, kann ich den werten Führern unsers Planeten derzeit keine Kontaktauf-nahme mit der Menschheit empfehlen.

 

Obwohl der Gedanke nahe liegt, dass eine Hilfestellung von uns für die Entwicklung der Erde und ihrer Bewohner nützlich sein könne, ist nicht zu übersehen, dass Wirksamkeit und der Erfolg von tiefgreifenden Veränderungen von der eigenen inneren Überzeugung der Menschheit abhängig ist. Eine Überfremdung mit Vorschlägen einer extraterrestrischen Galaxie würde der Einsicht in die Notwendigkeit eines Umsteuerns nicht förderlich sein. Denn mit ihren Problemen muss und kann die Erdbevölkerung unter Anwendung ihrer Verantwortung für die Erde und ihrer Bewohner mit den ihr zur Verfügung stehenden Fähigkeiten, Kräften, Instrumenten und Mitteln allein fertig werden.

Eine Einflussnahme von außen, denn darauf würde eine Kontaktaufnahme von uns aus hinauslaufen, widerspräche zudem der Direktive der Nichteinmischung in die Entwicklung der Lebensverhältnisse der Bewohner fremder Galaxien.

 

Diesen Grundsatz hat übrigens die Erde in Science-Fiction-Fernsehserien wie „Enterprise“ und „Voyager“ wie unser Volk auf S’ila zur absoluten Maxime erhoben. Daran sollen wir uns halten. 

Hiermit beende ich, der außerordentliche Gesandte K’irmana des Planeten S’ila in der Galaxie T’okwa 1704, meinen zweiten Bericht und erbitte die Erlaubnis zur Rückkehr auf meinen Heimatplaneten.

 

  ENDE

 

 

Manfred Friedrich Kolb

am 5. November 2007

 

 

 

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